synergenVerlag  Deutscher Bierkultur
 
Wer die Gegenwart verstehen will,         sollte die Vergangenheit der Zukunft kennen.

Lernen Sie

Hermann Löns (1866 - 1914)

anlässlich seines 154. Geburtstags am 29. August 2020 ganz neu kennen

in 20 Geschichten meistens aus dem Nachlass, so über einen ehemaligen deutschen Offizier, der als Der Herr der 7 Dörfer in Afrika schon vor dem 1. Weltkrieg mit einer Eingeborenen-Armee gegen die Engländer kämpfte, in der Arktis (altgriechisch = Bär) auf die Suche nach einem Schwarzen Eisbären geht, in Wahnsinn verfällt und mit einer Südsee-Kriegstrompete in Berlin einen Aufstand anzettelt. In Das Licht auf der Haide wird in der Moorheide eine utopisch anmutende Strafkolonie errichtet.

In anderen, tragisch ausgehenden Novellen warnt Löns eindringlich vor Alkoholmissbrauch und einem falsch verstandenen Fortschritts-optimismus, der mit altbewährten Traditionen bricht.

Die Fantasyerzählung Eines Recken Ende ist die authentische und recht blutige Geschichte über eine Jagd in der Steinzeit aus der Sicht eines gewaltigen in Raserei verfallenden Wisentbullen.

In den 3 frühesten Erzählungen um 1888 spielen Liebe und der (Duell)Tod im Studenten- und Verbindungsmilieu eine große Rolle.

Selbst Science Fiction war Löns nicht fremd, da er über die Väter der modernen SF Jules Verne und H. G. Wells schrieb, humorvoll über die Jagd und das Radfahren der Zukunft philosophiert und sogar eine Zukunftsnovelle auf das Jahr 2000 verfasst hat, in der das Geschlechtsleben komplett asexuell reglementiert wird und Sex erst im Alter ab 30 Jahren erlaubt ist.  





Inhalt:

Der unbekannte Löns                                                                 

1914 Der Herr der sieben Dörfer

1914 Der schwarze Eisbär

1914 Wetterleuchten. Ein Nachtstück

1914 Eines Recken Ende

1913 Heinz Lüders

1913 Der Monarch

1913 Die beiden Höfe

1912 Die Kriegstrompete

1911 Der Überjäger im Jahr 1999

1908 Das Licht auf der Haide

1906 Die Eisenstange und die Tiger

1905 H. G. Wells – Der Utopist als Prophet

1905 Jules Verne †

1902 Lex Heinze. Eine Zukunftsvision aus dem Jahre 2000

1902 Der Bürgervorsteher

1898 Aus einem Zukunftsvortrage

1890 Dortmund. Ein Gedicht

1888 Platonische Liebe

1888 Der Sekundantenschuß

1888 Der Vampir


Der Herr der 7 Dörfer. 20 Unbekannte und ungewöhnliche Erzählungen

208 Seiten, 20 cm x 13,5 cm, Eleganter Glanz-Paperback

mit umfangreichem bio-bibliographischen Nachwort.

ISBN 978-3-946366-07-2

24,80 Euro


Erleben Sie auch

die unheimliche Seite von Hermann Löns

in sämtlichen 30 Phantastischen Erzählungen 

die mit Gespensterbräuten, einem Teufel in Fledermausgestalt, lebendigen Göttern aus der germanischen Mythologie, versteinerten und verfluchten Menschen, Brand-, Moor-, Quell- und Heidehexen und grausig verun-stalteten Untoten bevölkert sind.  

Wem dies zu gruselig wird, der kann sich danach mit den auf die Erde wiederkehrenden Hünen, die erfolgreich gegen Umweltverschmutzung mobil machen, oder in den liebreizenden Wichtelmärchen entspannen.









Inhalt:

Der phantastische Löns

Unheimliche Geschichten

1888 Der Vampir                                                              

1897 Der Schäferkönig

1899 Der silberne Baum

1902 Die Haidbrennerin

1904 Um die Ulenflucht

1904 Am Haidpump

1904 An den Ufern der Örtze

1905 Die Tanzjungfern

1905 Haidgang

1905 Die Haidjäger

1909 Das stumme Dorf

1909 Der Hellweg

1912 Am Köneckenmeer

1912 Das taube Tal

1912 Die Kriegstrompete

1913 Der Bock vom weißen Moor

1913 Hellnachtpürschgang

1913 Der Märchenwald 

Moderne Sagen

1897 Einsame Haidfahrt

1906 Teufelswerk

1909 Die Furt

1910 Das Naturdenkmal

1912 Hubb der Hüne

1911 Unter dem Schornsteinkleid

Märchen

1902 Der allererste Weihnachtsbaum

1902 Puck Kraihenfoot

190? Der Wicht vom Heidegrab

1905 Lüttjemann und Püttjerinchen

190? Brummelchen

1907 Auf der Kuppe

 

Teufelswerk                                                                                                                                                                               Sämtliche Phantastischen Erzählungen von heimlichen und unheimlichen Gestalten aus Moor und Heide

242 Seiten, 20 cm x 13,5 cm, Eleganter Glanz-Paperback

mit umfangreichem bio-bibliographischen Nachwort.

ISBN 978-3-946366-60-7

24,80 Euro

W a r n h i n w e i s :

Wenn Sie das Buch gelesen haben, werden Sie sich nachts nicht mehr in Heide und Moor, Wald und Wiese trauen und manch einen verkrüppelten Baum mit ganz anderen Augen sehen!!! 




Hermann Löns und die Nachtseite der Heide                                                                      Zu den utopisch-phantastischen Motiven in seinem Werk 1888 - 1914 

Dass Hermann Löns (1866 - 1914) in seinem von 1888 - 1914 aus 530 Novellen und 4 Romanen geschaffenen Prosawerk sich vor allem in seinen frühen Werken auch stark dem phantastischen Genre zugewandt hat, ist nur wenig bekannt. So hat er tradierte Sagen- und Märchenmotive in seinen zeitgenössischen Novellen mit aktuellen Tagesereignissen verknüpft und auch in den Romanen verwandt sowie unheimliche und moderne Sagen, Volks- und Kunstmärchen und atmosphärisch dichte Spukgeschichten verfasst. Selbst Kurzutopien und Science Fiction, so eine asexuelle Dystopie und eine Kolonialutopie, hat er geschrieben und sich essayistisch mit den SF-Klassikern Jules Verne und H. G. Wells befasst.

Löns´ unheimlichste Erzählungen sind dabei mit Gespensterfrauen und Geisterbräuten, einem Teufel in Fledermausgestalt, lebendigen Göttern aus der germanischen Mythologie, versteinerten und verfluchten Menschen, Tückefrauen, Wasserweibern, Brand-, Moor-, Quell- und Heidehexen und grausig verunstalteten Untoten bevölkert.

Doch brachte er auch auf die Erde wiederkehrende Hünen, die erfolgreich gegen Umweltverschmutzung mobil machen, sowie humorvolle, liebreizende Wichtel- und Frühlingsmärchen.

Insgesamt präsentierte er zahlreiche heimliche und unheimliche Gestalten aus Moor und Heide, aber auch Wald und Wiese, frei nach dem Tieck´schen Motto, dass selbst die schönste Gegend Gespenster hat.

Dies wird erstmals umfangreich analysiert und Hermann Löns als vergessener Klassiker der Phantastischen Literatur ausgewiesen. Denn Hermann Löns war dank seiner schriftstellerischen Begabung und seines Engagements im Naturschutz ein Mensch mit viel Licht, aber in seinem Privatleben auch mit viel Schatten, sodass die von ihm oft dargestellte Nachtseite der Heide auch stets seine eigene war.


Hermann Löns und die Nachtseite der Heide                                                                                                                  Zu den utopisch-phantastischen Motiven in seinem Werk 1888 - 1914

116 Seiten mit 34 Abbildungen, 20 cm x 13,5 cm, Eleganter Glanz-Paperback

ISBN 978-3-946366-46-1

24,80 Euro



Beiträge zur Hermann Löns Forschung 

                       ISSN 2629-7884     

In der anlässlich seines 105. Todestages am 26. September 2019 gestarteten neuen Buchreihe, den unregelmäßig erscheinenden „Beiträgen zur Hermann Löns Forschung“, werden in der Sekundärliteratur bisher nicht oder nur ungenügend behandelte Aspekte zu Leben und Werk von Hermann Löns sowie von ihm bisher noch nicht in Buchform veröffentlichte Texte erstmals publiziert.

Manuskripte bitte nach telefonischer Rücksprache direkt an Herausgeber Detlef Münch (Tel. 0231-7519463 oder 0174-5826529).            

 

Band 1 (2019)                                                                                              Der missbrauchte Löns im Nationalsozialismus             

Die politische Vereinnahmung von Hermann Löns                      durch die Nationalsozialisten 1923 - 1945.                                            410 Seiten mit 150 Abbildungen                                                        Bibliophile Hardcover-Ausgabe mit Leseband                                    ISBN 978-3-946366-71-3                                                                    49,80 Euro 









Inhalt:  

Der missbrauchte Löns                                                                

Vorspuk: Der Wehrverband „Wehrwolf“                                

Hermann Löns, die Wolfsangel und das Hakenkreuz         

Hermann Löns im Spiegel „seines“ Gedenkbuches          

Hermann Löns und Walther Darré                                            

Hermann Löns und Alfred Rosenberg                                

Hermann Löns und Bernhard Rust                                        

Hermann Löns und Joseph Goebbels                                  

Hermann Löns und Adolf Hitler                                              

Hermann Löns und Hermann Göring                                    

„Kraft durch Freude“ mit Hermann Löns                           

Hermann Löns und Heinrich Himmler                              

Nachspuk: „Der Wehrwolf“ im Weltkrieg                         

NS-Mythos Löns  

                          

 

 

Band 2 (2020)                                                                                  Kommentierte und illustrierte Bibliographie                                  der Bucherstausgaben der 540 Erzählungen von Hermann Löns 1901 - 2020

150 S. mit 17 farbigen und 70 s/w Coverabbildungen und Text-illustrationen der Vorkriegsausgaben.                                                3. überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage 2020            Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-72-0                                                                          29,80 Euro









 

Band 3 (2020)                                                                                        Der utopische Löns

Die gesellschaftskritischen, politischen & ökologischen Prophe- zeiungen von Hermann Löns 1890 - 1914 für das 21. Jahrhundert    224 S. mit 24 Abbildungen und 2 Original-Zeichnungen von Löns  Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-73-7                                                                          29,80 Euro

Erstmals werden die visionären Antizipationen von Löns´ in seinem Gesamtwerk seit 1890 zu negativen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Entwicklungen, von denen er zahlreiche oft satirisch, aber dennoch recht prophetisch und gesellschaftskritisch für die Mitte des 20. Jahrhunderts und das frühe 21. Jahrhundert vorausgesehen hat, umfassend analysiert.

Mit seiner frühen Kritik am „Konsumzeitalter“ und dem profit- und konsumorientierten American way of life sowie seinen Maximen „Zukünftig wird es nicht mehr darauf ankommen, daß wir überall hinfahren können, sondern ob es lohnt, dort noch anzukommen“ und „Die Natur ist unser Jungbrunnen; schwächen wir sie, so schwächen wir uns, morden wir sie, so                                                                                                begehen wir Selbstmord“, ist Löns heute aktueller denn je. 

Inhalt:

Hermann Löns – der Utopist als Prophet                             

Frühe utopische Lyrik

Utopische Humoresken 1894 – 1903                            

Essays zur utopischen Literatur                                              

Ökologische Antizipationen 1903 – 1913                              

Späte Utopien 1908 – 1914

Hermann Löns als „Künder des III. Reiches“?

Lönsutopische Erzählungen:  

 1894 Tabak- und Biersorgen

 1896 Die Fahrradsteuer

 1898 Aus einem Zukunftsvortrage

 1898 Elektrisch

 1899 Die Gesundbeterin

 1900 Lex Heinze 2000

 1902 Flüsterverbot

 1903 Die Lustbarkeitssteuer

 1903 Solche und so´ne Naturfreunde

 1905 Jules Verne †

 1905 H. G. Wells – Der Utopist als Prophet

 1908 Das Licht auf der Heide

 1911 Der Überjäger im Jahre 1999

 1911 Der Antichrist (Entwurf)

 1914 Der Herr der 7 Dörfer 




Band 4 (2019)                                                                                              Zur Genese des "Wehrwolf" von  Hermann Löns 1904 - 1909        172 S. mit 50 Abbildungen                                                                  und Faksimiles aus dem Original-Manuskript von 1909                    Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-74-4                                                                          29,80 Euro









Vor 110 Jahren schrieb Hermann Löns seinen später mit mehr als 1,1 Millionen verbreiteten Exemplaren erfolgreichsten Roman „Der Wehrwolf“, dessen Manuskript er am 20. November 1909 abgeschlossen hatte. 

„Wehrwolf“ ist ein 1909 von Hermann Löns kreiertes kompositorisches Kunstwort für den, in dem 1910 erschienenen gleichnamigen Roman, aufgeführten fiktiven Bauernführer Harm Wulf (= Wolf), der sich im 30-jährigen Krieg 1623 - 1648 in der Heide westlich von Celle in einer Selbstschutzorganisation mit dem ebenso fiktiven Namen „Wehrwölfe“ zum Schutz der Höfe und Familien gegen die Grausamkeiten der Soldaten und Marodeure zur Wehr setzt. Ihr Symbol ist eine seit dem Mittelalter real als Hausmarke genutzte, aufrechtstehende Wolfsangel ohne Querstrebe, die in Bäume eingeritzt wird, sowohl als Warnzeichen vor einer versteckten Wolfskuhle, als auch zur Mahnung an Birken, an denen sie die Verbrecher aufhängten. 

Erstmals wird nun die teilweise dramatische Entstehungsgeschichte des Romans 1904 - 1909, der bei Löns zu einem Nervenzusammenbruch führte, mit zahlreichen Faksimiles aus dem Originalmanuskript, das Löns in nur 3 Wochen seit dem 1. November 1909 in Bückeburg fertigstellte, durch persönliche Briefe und Aussagen dabei involviert gewesener Personen umfassend beschrieben.

Die Verlagsgeschichte 1909/10 wird durch den umfangreichen Briefwechsel mit seinem Verleger Eugen Diederichs dokumentiert und novellistische Vorarbeiten sowie lokalgeschichtliche Einflüsse werden untersucht.

Der Ursprung des Wehrwolf, der in Löns´ Jagdgebiet um den Wietzenbruch spielt, fällt in das Jahr 1904 mit seinen Aufenthalten im Bebertal bei Barbis und Scharzfeld im Südharz, einem seit dem Bauernkrieg um 1413 entvölkerten Landstrich. Als auslösendes Momentum gilt hingegen der Besuch des Ringwalls in Burg bei Altencelle mit Hanna Fueß, der `Muse des Wehrwolf´,  am 1. Oktober 1909.

Literarische Einflüsse konnten neben den bisher bekannten von Grimmelshausen, Willibald Alexis und Gustav Freitag auch in Romanen 1906 - 1909 von Luise Reischauer, Lulu von Strauß und Torney sowie Bruno Wille ausgemacht werden.

Doch hatte „Der Wehrwolf“ kein literarisches Vorbild und steht bis heute einzigartig in der deutschen Literatur da, wenn auch der belesene Löns bewusst oder unbewusst einigen Werken Inspirationen zu verdanken hat.

Zudem wurden wichtige Aussagen von Löns selbst über den Wehrwolf recherchiert, den er als historisches „Zeitbild und seelische Entwicklung eines Bauern“, der die „Erklärung für die rücksichtslose Härte und schonungslose Selbstsucht des deutschen Bauerntums“ geben sollte, charakterisierte, sodass er schon im November 1909 an seinen künftigen Verleger geschrieben hatte: „Parteipolitische und religiöse Tendenzen enthält der Roman nicht.“ 




Band 5 (2020)                                                                                          110 Jahre "Der Wehrwolf" und seine Folgen I             

Rezeption von Literaturwissenschaft, Kunst und Politik 1910 - 1945  380 Seiten mit 150 Abbildungen                                                    Bibliophile Hardcover-Ausgabe mit Leseband                                  ISBN 978-3-946366-75-1                                                                    49,80 Euro 

Inhalt:                                                                                                           Vorspuk: Hermann Löns über den Wehrwolf                                        1910 - 1913 Die zeitnahe Rezeption                                                        1914 - 1918 Weltkrieg I                                                                              1919 - 1932 Weimarer Republik                                                                1922 - 1933 Wehrwolf-Zeitschriften und -Verbände                            1921 - 1935 Wehrwolf-Epigonen                                                              1933 - 1939 Nationalsozialismus                                                              1939 - 1945 Weltkrieg II                                                                            Nachspuk: NS-Mythos Wehrwolf                                                                                                                                          Auflagen und Verkaufszahlen       


Vor 110 Jahren am 15. November 1910 erschien Hermann Löns (1866 - 1914) später mit mehr als 1,1 Millionen verbreiteten Exemplaren erfolgreichster Roman, „Der Wehrwolf. Eine Bauernchronik“. Der zu Lebzeiten Löns´ euphorisch rezensierte „Wehrwolf“ wurde als „einzigartiges neues und zukunftsträchtiges historisches, realistisches, kraftvolles und inhaltlich überzeugendes Kunstwerk“ und als „ein modernes deutsches, männliches, antidekadentes, originales Volksepos“ u.a. von Hermann Hesse gewürdigt.

Nach Löns´ Soldatentod am 29. September 1914 beginnend im 1. Weltkrieg wurde der historische Roman über den 30-jährigen Krieg zunehmend politisch instrumentalisiert, wofür der innerlich zerrissene Löns, der 1909 noch parteipolitische und religiöse Tendenzen des Romans verneint hatte, durch 1912 und 1914 getätigte martialische Aussprüche eine Mitverantwortung trägt.

Das 50. Jubiläumstausend Ende 1918 wurde hingegen vom Verlag noch als pazifistisches Buch auf „Friedensbütten“ angepriesen.

Doch von 1923 - 1933 bezeichnete sich sogar ein nationaler antidemokratischer, staats- und verfassungsfeindlicher Wehrverband als „Wehrwolf“, sang „Wehrwolflieder“, organisierte eine „Wehrwolfhilfe“, baute Wehrwolfheime“ und einen „Wulfshof“ und missbrauchte Löns´ Sinnsprüche. Biographen und Löns´ jüngster Bruder Ernst Löns schrieben den Romantitel zu dieser Zeit deshalb auch konsequent ohne „h“ als „Werwolf“. Doch auch eine parteiunabhängige Jugendorganisation, der Jungnationale Bund, der 1934 Widerstand gegen das NS-Regime leistete, benannte seine Verbandszeitschrift als „Wehrwolf“.

Der auch von einigen Künstlern wie Walter Klemm, Hermann Rothgaengel, Elisabeth Voigt und Hans Pape illustrierte „Wehrwolf“ wurde von Käthe Kollwitz und ihrer Meisterschülerin Elisabeth Voigt als Antikriegs- und Frauenroman geschätzt und entwickelte sich in der Weimarer Republik zu einem Bestseller mit einer Gesamtauflage bis 1932 von fast 400.000 Exemplaren.

Seit den 1920er Jahren wurde das Wehrwolf-Motiv in neuen Romanen über den 30-jährigen Krieg wie von Will-Erich Peukert und Friedrich Griese sowie auch in eine andere Kriegszeit verlegte wie von Ernst Schmitt und Josefa Berens-Totenohl plagiiert. Letztere machte in ihrem Doppelroman 1934/35 über „Der Femhof“, der eigentlich „Wulfshof“ heisst und von einer Art Ahnherrin des Harm Wulf, der Magdlene Wulf, geführt wird, deutliche wehrwölfige Anleihen an Löns ohne auch nur in die Nähe seines literarischen Niveaus zu reichen.  

Im NS-Regime wurde der Wehrwolf wie auch Löns selbst, der 1935 sogar noch vorsätzlich als Jude „verleumdet“ wurde,  zunächst sehr ambivalent und äußerst kontrovers beurteilt, sodass ein mit Unterstützung durch Walther Darré geplanter Wehrwolf-Film von Goebbels Ende 1934 noch verboten wurde. Trotzdem schaffte der „Wehrwolf“ es durch Protegierung einflussreicher Löns-Bewunderer 1934 wie Alfred Rosenberg und den Reichserziehungsminister Bernhard Rust in die „Liste der ersten hundert Bücher für nationalsozialistische Büchereien“.

Löns´ Symbol und das der fiktiven Wehrwölfe im Roman, die jahrundertealte Wolfsangel, fand schon seit 1923 eine weite Verbreitung u.a. in Jugendverbänden und Sportvereinen und wurde seit 1933 für die Deutsche Kinderschar, Wehrmachts- und SS-Einheiten verwendet.

Erst 1936 fand der „Wehrwolf“ auch Eingang in den NS-Schulunterricht und seit 1941 wurde er dann in zahlreichen Sonderausgaben (u.a. einer „Dr. Goebbels-Spende für die deutsche Wehrmacht“) verbreitet, folgte den Eroberungszügen der Wehrmacht in den besetzten Gebieten nach und avancierte so im 2. Weltkrieg zum meistgelesenen und meistübersetzten deutschen Roman in Europa.

Obwohl eher als ein Widerstandsroman gegen das ähnlich wie die Soldateska im 30-jährigen Krieg entmenschlichte NS-Regime geeignet, sollte der Roman seit Herbst 1944 mit zusätzlichen Sonderausgaben vom SS-Wirtschaftshauptamt, der „Organisation Todt“ und der NSDAP-Parteikanzlei – völlig irrational – auch noch zur Durchhaltelektüre im Bombenkrieg an der Heimatfront dienen.

Zum Kriegsende im April 1945 führte Löns´ „Wehrwolf“ zudem noch zur Verwechslung mit der im September 1944 gegründeten SS-Mordorganisation „Werwolf“ – was von den Nationalsozialisten noch Anfang 1945 gar nicht beabsichtigt gewesen war. 

Heute hat der „Wehrwolf“ sogar eine transhistorische Bedeutung als der in 3 deutschen Staatsformen mit Kaiserreich, Republik und Diktatur sowie 2 Weltkriegen erfolgreichste deutsche Roman und ist nicht zuletzt auch aufgrund der unzähligen, zeitereignisbedingt höchst unterschiedlich gestalteten Buchausgaben ein beeindruckendes zeitgeschichtliches Zeugnis, wie nicht nur die stets systemimmanente Rezeption des Romans, sondern ebenfalls seine Buchkunst die wechselvolle deutsche Geschichte von 1910 - 1945 widerspiegelt.




Band 7 (2020)                                                                                        110 Jahre bäuerliche Utopie „Dahinten in der Haide“                Löns´ autobiographischer Lebensreform-Roman einer Sehnsucht nach einem naturgemäßen Leben 1910 - 2020                                    174 S. mit 50 Abbildungen                                                                      Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-77-5                                                                29,80 Euro









Erstmals wird eine umfassende Dokumentation und Analyse von Löns´ wohl bis heute am meisten unterschätzten Romans „Dahinten in der Haide“, den er vom 7. - 21. Mai 1909 schrieb und der im Juli 1910 als Buch veröffentlicht wurde. präsentiert.

In keinem anderen Roman hat Löns sich selbst und das Wunschbild, das er von sich und seinem Leben hatte, so offen und detailliert dargestellt wie hier in der Figur des Dr. Lüder Volkmann, der auf den Hof seiner Vorfahren in Riethagen südlich von Walsrode zurückkehrt.

Die von ihm seit Jahren in Essays und Zeitungs-Feuilletons formulierte Gesellschaftskritik am „Konsumzeitalter“, an der „Asphaltkultur“ der Großstadt, an der Industrialisierung der Heide und der Verhunzung der Landschaft, Vorschläge zur Lebensreform eines naturgemäßen Lebensstils mit Konsumverzicht und Bescheidenheitsethos, aktivem Natur- und Landschaftsschutz, die Jagd als mögliches Mittel für den Großstädter, um zur Natur zurückzufinden (womit Löns sich jedoch  irrte), sowie das bäuerliche Leben als utopischer Lebensentwurf auch für den Stadtbewohner, hat Löns erstmals umfassend in „Dahinten in der Haide“ belletristisch umgesetzt.

Zu Lebzeiten Löns´ war „Dahinten in der Haide“ mit einer Auflage von 14.000 Exemplaren sein meistverkaufter Roman und bis in die frühen 1920er Jahre zählte er immer noch zu den beliebtesten Titeln von ihm.

1936 wurde „Dahinten in der Heide“ unter dem Buchtitel recht verfremdend verfilmt, sowie 1917 und 1940 - 1942 als Feldausgabe für die Soldaten weit verbreitet, wenn der Roman auch vom NS-Regime nicht geschätzt wurde und 1943 im Gegensatz zu anderen Löns-Titeln der kriegsbedingten Papierkontingentierung zum Opfer fiel.

1964 wurde der Roman bei einer Gesamtauflage von ca. 300.000 Exemplaren ein letzte Mal von seinem Ursprungsverlag Sponholtz herausgegeben und nach 1995 wird er nicht mehr im Verzeichnis lieferbarer Bücher aufgeführt und dürfte im 21. Jahrhundert sogar Löns-Freunden unbekannt geworden sein.

Löns selbst schätzte „Dahinten in der Haide“ als übereilt in Druck gegebenes „Siebenmonatskind“ nicht sehr, obwohl es ihn beim erneuten Lesen sogar zu Tränen rührte.

Rezensenten lobten den Roman in den 1920er Jahren hingegen als den „tiefempfundensten von Löns“, als „eine der sonnigsten Schöpfungen von Löns“ und als „das gesündeste Werk von Löns, dem noch eine bedeutende Wirkung zuzutrauen“ sei.

Denn Löns´ Sehnsucht nach einem naturgemäßen, genügsamen Leben auf dem Land sowie seine frühe Kritik an der Großstadt mit ihrer oberflächlichen Talmi- und Pseudokultur sowie der landschaftszerstörenden Ölindustrie bei Wietze in der Heide (Fracking), sind heute aktueller denn je, wobei der Roman immer noch durch seine erstaunliche Sprachkunst mit der gelungenen Integration bäuerlicher Redewendungen und tradierter Sinnsprüche besticht.  

„Dahinten in der Haide“ ist zwar keine Blaupause für einen allgemein gültigen möglichen utopischen Lebensstil, sondern soll als Grüne Utopie eher Mut machen und optimistisch stimmen, dass ein jeder es selbst in der Hand haben kann, sein Leben durch ein ökologisches Bewusstsein ganz individuell naturgemäß umzugestalten und durch eine genügsame und ganzheitliche Lebensführung glücklich zu werden. Löns´ indirekte Maxime des Romans ist denn auch aktueller denn je: Lebensglück durch Konsumverzicht. 

 

Für 2021 sind geplant:

Band 6: 110 Jahre "Der Wehrwolf" und seine Folgen II: 1946 - 2020

Band 8: "Morden wir die Natur. so begehen wir Selbstmord"                                                                                                          Hermann Löns als Pionier für Naturschutz, ökologisches Bewusstsein                                                                          und nachhaltige Entwicklung 1896 - 1914

Band 9: Hermann Löns´ sparsamste Symbolik                                                                                                                                   Runen, Kesselhaken, Wolfsangel und Hakenkreuz bei Hermann Löns 1902 - 1914

Band 10: Der phantastische Löns 1888 - 1914    

Band 11: "Jede Kleinigkeit wird aufgebauscht, jeder Wicht zum Helden gestempelt,                                                                 jeder Narr zum Original gemacht."                                                                                                                                         Hermann Löns als früher Gesellschaftskritiker "eines in Äußerlichkeiten verflachten                                                   und durch Konsumdenken eingeengten Lebens" 1896 - 1914